Albert F. Reiterer

Gesellschaftswissenschafter 1948, somit in Pension nach einem bunten Lebenslauf in der Wirtschaft, der amtlichen Statistik und im akademischen Ambiente. Aktiv und interessiert an Theorie und Praxis von Wirtschaft und Gesellschaft: Politische Ökonomie und Historischer Materialismus.

Ungleichheit und „Verteilung“

Von Anfang weg ist zu sagen: Eine Darstellung der Ungleichheit ist noch keine Klassen-Analyse. Aber in den folgenden Bemerkungen geht es um was Anderes: Es soll einfach die Entwicklung von Ungleichheit anhand von veröffentlichten Daten dargestellt werden. Da fragt sich’s gleich: Wie gut bilden diese Zahlen und Graphiken die tatsächliche Ungleichheit wirklich ab? Die Antwort ist: nicht besonders gut.

Robert Menasse und seine Kollegen

Als Kettenhund der tonangebenden Intellektuellen hat man es auch nicht immer leicht. Ja, der Roman-Schreiber hat seine Freiheiten. Er darf eine Gestalt, die z. B. Steinhall oder Hallfels heißt, auftreten lassen und ihr Alles in den Mund legen, was er möchte. Aber er sollte sie nicht Hallstein nennen. Tut er das, dann kommen andere Kettenhunde daher und reißen ihm die Hose auf: „Im Journalismus gibt es nun mal die Regel, dass direkte Zitate unter Anfüh­rungszeichen den Wortlaut wiedergeben müssen“ (S.

Der Angriff auf die Krankenkassen und die Generalstrategie gegen den Sozialstaat

Der Sozialstaat war das Gegenanbot zum sowjetischen Sozialismus seitens der Eliten an die Arbeiter der entwickelten Länder. Ich sage Anbot, obwohl dies verdächtig nach dem modi­schen akademischen Jargon klingt, und obwohl die konservativen Kräfte gegen jeden Aus­bauschritt des Sozialstaats Widerstand leisteten. Aber es war eine konservative Regierung, welche den liberal-konservativen Lord Beveridge mitten im Zweiten Weltkrieg beauftragte, einen Entwurf für die Integration der Arbeiter ins System zu liefern.

"Freihandel"

Freihandel ist zum obersten Wert, zum Hoch-Gott der Eliten geworden. Über ihre Priester, die Intellektuellen und die weniger intellektuellen Journalisten, gelang es ihnen, diese Religion universell zu verbreiten, von Washington über Berlin bis Peking. Eine Debatte darüber findet nicht mehr statt. Selbst Menschen, die sich gutwillig links zu orientieren glauben, fragen auf Einspruch dagegen ziemlich irritiert zurück: Wollt ihr denn wieder Zollmauern, Einfuhrquo­ten, Handelskriege und Grenzkontrollen? Die Schlagworte haben einen ziemlich schlechten Ruf.

Die Kurz-Strache-Regierung und ihr Finanzminister

Die Budgetrede eines Finanzministers ist eine rituelle Angelegenheit. Der Informationswert ist meist sehr gering. Das Ganze ist eine Frage der Rhetorik. Von dort her ist es zu beurteilen. Wenn sie über etwas Aufschluss gibt, dann über den Geisteszustand der Regierenden, aber auch der Opposition - und wie beide wahrgenommen werden möchten.

Die veröffentlichten Zahlen sagen ebenso wenig aus. Es sind Globalgrößen. Ich gebe hier die Eckzahlen wieder, wie sie auf der website des Finanzministeriums zu finden sind:

 

 

 

 

Historiker - Geschichte - Hegemoniale Ideologie

Erich Zöllner war Professor für Österreichische Geschichte an der Universität Wien. Manche seiner Kollegen bewunderten ihn sehr, nicht zuletzt wegen der Datenfülle in seinem Gedächt­nis. Mit seiner „Österreichische Geschichte“ wurden Generationen von Lehramts-Studenten aufgezogen und in die Schulen entlassen. Dort haben sie dann diese Haltung an die arglosen Schüler weiter gegeben. Es ist also wert, einen kurzen Blick auf seine Einstellung zu werfen.

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