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Das Versagen der Eisenbahnpolitik im Nordosten Österreichs

Im heißen Sommer 2021 ist das Verkehrsthema buchstäblich hochgekocht, mit Diskussionen, ob die Nicht-Realisierung von Autobahnprojekten zum Absterben des Landes und dem wirtschaftlichen Untergang der Nation führt, wie es von diversen Politikern beschworen wurde, die im Denken der 1960er Jahre steckengeblieben sind. Gescheite Köpfe haben längst realisiert, dass attraktive Öffis und der Verzicht auf neue Autobahnen nötig sind für Umwelt und Lebensqualität. Die Eisenbahnpolitik im Nordosten Österreichs erfüllt allerdings bereits seit Jahrzehnten großteils mit Schaudern.

Knoflacher: Evaluierung offenlegen

Über den Sommer 2021 werden die ASFINAG-Straßenbauprojekte vom Verkehrsministerium evaluiert. Der renommierte Verkehrsexperte Hermann Knoflacher fordert in einem offenen Brief eine Offenlegung dieses Prozesses: Nur eine von unabhängigen und nicht direkt mit den Straßenbauprojekten befassten Fachleuten durchgeführte Überprüfung entspricht dem Mindeststandard. Der Naturschutzbund unterstützt diese Forderung im Interesse des Schutzes von Natur, zu dem auch Klima- und Menschenschutz gehören.

Die Schnellbahnlinie S45

In der aufgeflammten Diskussion um die Lobau-Autobahn spielen natürlich auch die Alternativen in Form der öffentlichen Verkehrsmittel eine wichtige Rolle. Dabei ist auffällig, dass es viele gute Ideen und Konzepte gab, um die Gebiete beiderseits der Donau besser zu erschließen. Nur ein Teil davon wurde umgesetzt. Das lässt sich auch am Beispiel der S45 zeigen.

Zur Geschichte der Vorortelinie

Anfrage an Gewessler zu Stadtstraße

Seitens eines engagierten Aktivisten des Lobau-Forums erging eine "dringende" Anfrage ans Büro von Umweltministerin Gewessler, um zu überprüfen, ob die von der ASFINAG beauftragten Umbauarbeiten bei der bisherigen Ausfahrt Hirschstetten, wo  ein größerer Autobahnknoten zur Stadtstraße hin geplant ist, tatsächlich auch unter den Evaluierung-"Aufschub" fallen oder nicht.

Mutmaßlicher Baubeginn Stadtstraße

Die Stadtstraße mit 4 Spuren und fast keinen Kreuzungen ist beinahe eine Schnellstraße, aber sie wird nicht von der ASFINAG gebaut, also nicht vom Bund, sondern von der Stadt Wien (deshalb der komische Name). Deshalb ist sie nicht von der Evaluierung von Gewessler betroffen, sie ist somit nicht "blockiert".
Allerdings ist der Zweck der Stadtstraße eine "Hochleistungsstraße" von der Südosttangente zur Seestadt, und dort werden die beiden Autobahnzubringer von der ASFINAG gebaut.